dinsdag 13 juni 2017

Spitzdachwagen von Lucchini Rail Models in Spur 1

 

Lucchini Rail Models hat sein Programm um Spur-1-Wagen erweitert. Mit dem Typo F „con garrita“ und dem Typo Hg „con garrita“ haben wir Spur-1-Liebhaber nun noch mehr Auswahl! Der Garrita bzw. das Bremserhäuschen sorgt für ein noch markanteres Aussehen dieses doch schon sehr typischen Güterwagens.

In einem früheren Artikel hatte ich Ihnen schon den ersten Wagen vorgestellt. Näher betrachtet haben die neuen Varianten dieselbe Bauweise; der Aufbau hat als Basis Holzwände mit Messingprofilen und Details. Das Fahrwerk ist komplett in Messing gehalten, ebenso auch das feine Dach, das bei Kühlwagen zwecks besserer Isolierung doppelt ausgeführt ist.

Dieser Kühlwagen finde ich persönlich den schönsten. Die Klapptüren lassen in geöffnetem Zustand eine dicke Isolationsschicht erkennen. Ein kleiner Magnet sorgt dafür, dass sich die Türen nicht ungewollt öffnen. Dieser Typ Hg wurde zwischen 1938 und 1947 in gut 3000 Exemplaren produziert, mit langem und kurzem Achsstand, mit und ohne Bremserhäuschen und auch mit Aluminiumwänden. Das war für jene Zeit sehr fortschrittlich! Im internationalen Verkehr kamen diese Wagen auch noch häufig in Epoche 4 in Deutschland und den Benelux-Ländern vor. Ein sehr brauchbarer Wagentyp also!
 

Die Türen des Typo F können auch geöffnet werden; dafür besitzt er schöne kleine Messingräder, auf den die Tür ruht und die sich wirklich drehen. Die Führung an der Oberseite ist aber noch ein Kritikpunkt. Sie läuft nicht elastisch genug. Auch finde ich, dass ein Modell dieser Preisklasse keine billigen Märklin-Schraubenkupplungen verdient. Alternativen gibt es genug!


Aber von kleinen Kritikpunkten abgesehen ist Lucchini deutlich auf einem guten Weg und bietet hier einen sehr feinen, in Italien handgebaute Güterwagen, der sein Geld wert ist. Und wenn das Programm weiter ausgebaut wird, können wir im nächsten Jahr vielleicht einen Typo F mit Aluminiumwänden oder die XXL-Version mit langem Achsstand erwarten. Es bleibt also noch genug zum Träumen!

(A propos: genau diese drei Wagen stehen in Sinsheim zum Verkauf bei Herr Lucchini. Eine augelesene Chance die Wagen direkt patiniert zu erwerben.)
 

maandag 15 mei 2017

Die vielfältige „Vierundvierziger“ von KM1

Die Vorfreude und die Geduld waren wohl bis zum Äußersten strapaziert, aber dann wurde die BR 44 von KM1 schließlich doch ausgeliefert … Dass das Warten auf diese Auflage nicht so leicht fiel, hat eine wichtige Ursache. Denn für viele ist dies die Dampflok der Deutschen Bundesbahn par excellence: ein Kraftpaket, das bis zum Ende der Dampflokära Dienst tat und die Herzen vieler Eisenbahnfreunde erobert hatte.

 In der Vergangenheit ist bereits eine stattliche Anzahl auf meinem Arbeitstisch gelandet, und doch staune ich immer wieder über die Variationen. Nur wenige Ausführungen habe ich zweimal patiniert - fast alle Loks sind anders!
 Mit Airbrush und Pinsel gehe ich bei solch einem neuen Modell auf Entdeckungsreise, und jedes Mal wird das Blatt neu gemischt. Die Verwunderung steigt dann auch mit jeder Maschine – sie hat mehr spezielle Details als jemals zuvor.
 
 Wie viel Arbeit muss allein in die Recherche gegangen sein, aber auch für die Produktion scheint es mir eine enorme Herausforderung zu sein. Denn mindestens drei Arten von Tendern sind inzwischen erschienen – und dazu gibt es noch ein Anzahl von Exoten, die ich Ihnen wirklich nicht vorenthalten möchte …
 
Was ich als eine Herausforderung ansah, war der Auftrag, eine „gewöhnliche schwarz-rote“ BR 44 in Schneetarnfarbe zu patinieren. Während des 2. Weltkriegs wurden diese Loks im Winter mit einer Kalkschicht versehen, um bei Luftangriffen nicht aufzufallen. Vor allem wenn die Maschine in einem verschneiten Gebiet abgestellt war, muss dies sehr effektiv gewesen sein.
Durch das Personal wurde das Weiß mit einem Quast oder einer einfachen Farbspritze ziemlich unordentlich aufgebracht. Mein Ziel war es, den Eindruck einer Lok, die jüngst erst angemalt wurde, dabei aber schon etliche Kilometer auf dem Buckel hatte, entstehen zu lassen. Der Ruß auf dem gebrochenen Weiß wirkt prächtig, und teilweise weggespülte Farbe sorgt für einen nicht gekannten Effekt von Details, die nun hervortreten.

 Ein anderes Beispiel einer hellen Lok aus einer dunklen Periode ist die ÜK-Lok mit dem Versuchswannentender 2‘2‘T34. Das Panzergrau dieser Lok bietet so seine Möglichkeiten, und gerade dies auszukosten ist eine Herausforderung, die ich gerne angenommen habe!
Ein schöner Effekt sind die zusätzlich angebrachten hölzernen Fensterbänke: Bildet das warme Holz nicht einen wundervollen Kontrast zu dem kühlen Grau? Zerstoßene Kohlen und ein guter Unterhaltungszustand der Lok, um den sich das Personal trotz der Hektik der Kriegszeit so gut es ging bemühte, runden diese einzigartige Patinierung ab.
Jeder hat bei einer Patinierung seine speziellen Wünsche: von einer gut unterhaltenen Lok in Epoche III bis zu einem Jumbo in seinen letzten Tagen. So wird ein Standardmodell zu einem Unikat. Und so erzählt jede Maschine ihre eigene Geschichte!

zaterdag 25 februari 2017

Edler Ossi: die BR 01.5 von KM1


In Deutschland wundere ich mich oft über die ziemlich rücksichtslosen Umbauten schöner, alter Architektur. Bis vor kurzem wurden viele Gebäude mit einer dicken Lage Putz versehen, sodass das meist etwas schief gewordene Fachwerkhäuschen nach einer „ordentlichen“ Behandlung aussah wie ein kerzengerades Neubauhaus. Allein die Wandstärke verrät oft das Alter. Wenn dann noch Klinker-Riemchen zum Einsatz kommen, ist es überhaupt nicht mehr wiederzuerkennen!

 
Glücklicherweise geht man gegenwärtig mit etwas mehr Liebe und Respekt mit diesen alten Monumenten um … Was das Aussehen von Dampfloks angeht, hat Deutschland – meiner Meinung nach – eine viel glücklichere Hand gehabt. Diese DR-Rekolok ist selbst mit dem rigorosesten Outfit, den Boxpok-Rädern, ein Juwel, das bis tief nach Westdeutschland eine Zierde auf den Gleisen war.



KM1 brachte diese Lok heraus, die der Markt begierig aufnahm. Jeder, der dieses Prunkstück besitzt, will es nicht mehr aus der Hand geben. Deshalb sieht man es auch kaum von zweiter Hand angeboten. Die Fotos machen deutlich, warum: Es ist zu Recht ein preisgekröntes Modell geworden!

Typische Details sind mit viel Sorgfalt nachgebildet. Das Gitter auf dem Dach, die perfekt getroffene Frontpartie und eine stattliche Anzahl von Leitungen: Man wird gerade schwindlig vor Details. Hatte ich eigentlich früher schon einmal erwähnt, dass Spur 1 wirklich ein privilegierter Maßstab ist?

donderdag 16 februari 2017

Behälter-Bonanza: von Haus zu Haus in Spur 1

Eine echte Abwechslung im Güterverkehr ist auf jeden Fall der Wechselcontainer. Meist in gedeckten Farben von der Bundesbahn, manchmal bunte Reklamecontainer. Hübner hat eine stattliche Anzahl von Typen herausgebracht: Biercontainer, Container für Nahrungsmittel, Container für Zement etc. etc.
Die Typenvielfalt war zu Beginn des Von-Haus-zu-Haus-Konzepts am größten, aber schon rasch blieb bei einigen Containertypen die Nachfrage hinter den Erwartungen zurück. Daher war die Auswahl einiger von Hübner herausgebrachter Container für eine realistische Zugzusammenstellung ziemlich unglücklich.
Erfreulicherweise hat Märklin eine Anzahl Typen erneut herausgebracht oder Typen, die von Hübner nie herausgebracht wurden, erstmals auf den Markt gebracht. Ein schönes Beispiel sind die Ddzkr für Staubgut.
 
Eine gelungene Nachbildung des Vorbildes mit ein paar kleinen Fehlern. Die fein geätzten Frachtzettelhalter am Fuß des Containers haben keine Rückwand bekommen. Ein einfaches Stück Polystyrol, auf Maß geschnitten, ist hier die Lösung. Ein Tupfen Kieselgrau und es passt perfekt!
Eine weitere Verfeinerung ist das Nachbilden der Zugstange. Dieser Wagentyp hat ein offenes Laufwerk, und die Feder hinter der Standard-Schraubenkupplung ist dadurch deutlich zu sehen. Ich persönlich gebe mich mit der folgenden Lösung zufrieden: Am Stift hinter der Kupplung wird die Hälfte entfernt.
 
Dann folgt ein Loch von einem Millimeter im Kupplungsstift. Ein Messingdraht erhält an dem einen Ende mittels einer Zange eine Einkerbung. Ein Tropfen Sekundenkleber sorgt für ausreichenden Halt.
 Dieses Foto lässt erkennen, wie die Kupplung zwar noch gefedert, dies aber praktisch unsichtbar ist, zumindest von oben! Eine Lösung, die auch den Hübner-/Märklin- Ommi oder die Kesselwagen von Kiss verfeinert.

                          
Als Epoche-IVb-Liebhaber ist die Herausforderung für mich noch größer: nach dem Erscheinen des komplett neu konstruierten Lbs 58 mit Platz für fünf Behälter verschwanden die aus alten Güterwagen zusammengestellten Containertragwagen rasch von der Bildfläche. Um doch ein wenig einen modernen Look zu erhalten, ist das Folgende meine bevorzugte Zusammenstellung: ein LBS 584 mit vier Efkr-401-Behältern – nun nur noch neu beschriften …

zondag 5 februari 2017

Die BR E 44.5: die kantige Kastenlok von Kiss

Manchmal ist weniger mehr … So muss ich zugeben, dass diese E 44 ohne Vorbaunase mir viel besser gefällt. Die flache Vorderseite mit den ernst dreinschauenden Sonnenblenden oberhalb der Fenster verleiht dieser Lok ein seriöses Äußeres, das es zu berücksichtigen gilt.

 Der Aufbau hat ist die schlichteste Form, die eine E-Lok nur haben kann: ein Kasten mit Pantographen und einige kleine Fenster. Reduziert wie eine Picasso-Zeichnung. – Also auf das Wesentliche beschränkt und mit sehr ausgewogenen Proportionen.
Spannender ist der Rahmen, auf dem dieser simple Kasten ruht: ein feiner, von Ovalen durchbrochener Träger sorgt dafür, dass die Oberseite der Drehgestelle ihre ganze Schönheit zur Schau stellen kann …
 

Denn das ist wirklich ein großes Plus der E 44.5: die äußerst filigranen Drehgestelle sind ein wahrer Augenschmaus! Während sich die Konstrukteure beim Aufbau mit nutzlosen Verzierungen zurückgehalten haben, scheinen sie hier richtig aus sich herausgegangen zu sein. Glücklicherweise ist Kiss hier den gleichen Weg gegangen, sodass das Modell vor Details geradezu strotzt.


Die Tritte stellen natürlich einen Kompromiss dar: Es ist schon schön, dass das Modell auch engere Radien durchfahren kann. Zudem sind die Schraubenkupplungen auch eine Erwähnung wert: Sie scheinen mir feiner zu sein als früher.

 
Sie brauchen von mir keine technische Darstellung zu erwarten. Diese Lok möchte ich lieber als ein Kunstwerk betrachten – ich bin einfach ein Ästhet mit guten Augen. Und was ich hier sehe, gefällt mir ganz besonders!


Und lässt mich träumen von einem Modul mit kleinem Kopfbahnhof in Bayern mit Oberleitung – das wäre noch mal eine Herausforderung!
Kiss hat meiner Meinung nach gezeigt, dass man noch immer mithalten kann, und ein wunderschönes Modell auf den Markt gebracht. Die silberglänzenden Radreifen und das Dach verlangen natürlich eine Patinierung. Aber darin sehe ich kein Hindernis!

zaterdag 28 januari 2017

Kartoffelkampagne: Landwirtschaft in Spur 1


Immer noch habe ich eine Schwäche für schöne landwirtschaftliche Fahrzeuge, die man im Spur-1-Maßstab kaufen kann. Was Autos und Lastwagen angeht, kann man von einem relativ kleinen Angebot sprechen, aber es gibt eine große Auswahl an Traktoren in 1:32. Ein kleiner Trip ins ländliche Deutschland machte deutlich, dass viele dieser Klassiker noch täglich eingesetzt werden. Manch einer fährt damit sogar zum Einkaufen!
Ob das mit den modernen Giganten von heute in 50 Jahren auch der Fall sein wird, wage ich zu bezweifeln …
 
Es muss eine Ladung Saatkortoffeln nach Italien geschickt werden, und der lokale Kartoffelbauer und sein Sohn sind bei dem Wetter damit beschäftigt, bei der Genossenschaft die Jutesäcke mit den Erdäpfeln umzuladen. Um den Meter Höhenunterschied zu überbrücken, machen sie mit Vorliebe Gebrauch vom Frontlader ihres Fendt Farmer 2.

 
Die Säcke stehen ordentlich aufgereiht auf dem Anhänger, um in den Waggon verfrachtet zu werden. Ein sehr hoher Stapel darf das nicht werden: Maximal drei Lagen, und dazu noch auf einer Palette – wegen der Luftzirkulation. Der Versuchung, ganz bis oben zu stapeln, darf man nicht nachgeben, denn sonst kommen die Saatkartoffeln als Kartoffelpüree am Bestimmungsort an!

 Nach einem Freitagnachmittag emsiger Arbeit ist es Zeit, nach Hause zu fahren: Dass die Geschäfte nicht so besonders gut gehen, sieht man an dem heruntergekommenen Opel Olympia – oder sollten sie tatsächlich so vernünftig sein, sich nicht mit ihrer schmutzigen Arbeitskluft in den schönen Mercedes zu setzen?
 

 Der Fendt Farmer 2 und der Anhänger stammen von Universal Hobbies. Der Opel Rekord ist ein KM1-Modell. Die Paletten und die Kartoffelsäcke sind ebenso wie die genannten Fahrzeugmodelle bei ASOA erhältlich.
 

Die Kartoffelsäcke werden noch wie folgt behandelt: sie erhalten eine Bemalung in diversen Ockertönen mit manchmal etwas mehr Weiß. Wenn diese Schicht getrocknet ist, wird Vallejo wash (oily earth) aufgetupft.








dinsdag 17 januari 2017

Vom Tims zum Tbis: Was ein einziger Buchstabe nicht alles ausmachen kann!


Als ich mit der Spur 1 begann und zum ersten Mal einen Hübner-Katalog vor Augen hatte, stolperte ich gleich über die Serie mit Schiebewand-/Schiebedachwagen. Was für Details, was für Variationen, was für kompakte Juwelen! Und sie glichen den Wagen, die ich damals noch in echt sehen konnte, wie ein Ei dem anderen.

Im Laufe der Zeit habe ich eine Anzahl davon gekauft und auch wieder veräußert … sie waren schön, aber doch …in einem Güterzug habe ich sie nie laufen sehen, was auch logisch war. Um 1999 herum waren noch 15 von ihnen zu sehen … aber die längeren Doppelgänger, die sah ich damals noch regelmäßig.
Dieses aufwändig gesupertes Modell diente als Spenderfahrzeug.
Stefan Carstens‘ Güterwagenbibel Teil 2 schien die Rettung. Denn wenn man die Zeichnungen beider Wagen betrachtet, stimmen viele Teile des kürzeren Tims mit denen des Tbis überein. Was nun, wenn ich Hübner-Wagen schlachten und die Teile wiederverwenden würde? Eigentlich doch ideal.

 
Ja und nein. Denn der Tbis ist im Modell nicht nur Dutzende Millimeter länger, sondern auch ein paar Millimeter höher als der Tims. Und doch sah ich eine Möglichkeit, die Stirnseiten um 4 mm zu erhöhen, und ebenso die Mittelsäule ein bisschen spachteln, und man sieht nichts mehr davon! Die Schiebetüren und das Untergestell habe ich aus Styreen geschnitten. Diese einfachen Formen waren leicht herzustellen.

Die typischen Rangiertritte in L-Form habe ich selbst gelötet: Das war mit Abstand der schwierigste Teil für mich. Mit Spraydosen von Asoa und Beschriftungen von Simrock erhielt das Modell sein endgültiges Aussehen.

 
Die Patinierung ist für mein Empfinden ziemlich zurückhaltend, aber weil ich das Jahr 1985 als Ausgangspunkt gewählt habe, kam dieser Wagen erst kürzlich aus der Hauptuntersuchung.


Persönlich empfinde ich solche Arbeiten als eine der schönsten Facetten unseres Hobbys, und der Vorteil der Spur 1 ist halt, dass man kein feinmechanisches Talent haben muss, um doch ein ordentliches Modell auf die Beine zu stellen. Auch die Probleme zu lösen, die zwischendurch entstehen, bringt einen enormen Kick. Und wenn es auch kein Messing-Profimodell ist, so verschafft mir dieses Stück häuslichen Fleißes doch immer noch viel Befriedigung!